
Geschichtlicher Abriss FFW Waßmannsdorf
Die Waßmannsdorfer Gemeindevertretung und der Rittergutbesitzer hatten 1840 beschlossen, eine eigene Schule zu bauen und sich von Selchow zu trennen. Dies war der Anfang der Waßmannsdorfer Eigenständigkeit. Vor 1880 existierten allerdings "auf dem platten Land" keine Freiwilligen Feuerwehren, die Kriegszeiten (deutsch-dänisch, deutsch-österreichisch und deutsch-französisch) machte dies unmöglich. Spritzenverbände gab es aber schon weit vor dieser Zeit! So ist es z.B. erwiesen (preußische FW-Zeitung von 1863), dass Waßmannsdorfer Kameraden bereits am 06.04.1863 bei einem großen Scheunenbrand in Waltersdorf zum Einsatz kamen. Die Größe eines Spritzenverbandes war mit dem Polizeibezirk identisch und umfasste meist 6-10 Gemeinden. Die Löschmannschaft bestand aus Spritzenmeistern und Bürgern. Bürger war aber nicht jeder, sondern nur derjenige, der Besitz hatte. Bürger waren zum Löschen verpflichtet als Bürgerpflicht eine Pflichtfeuerwehr gab es damals noch nicht. Die Beaufsichtigung des Spritzenverbandes erfolgte durch die Polizeiverwaltung und den Dorfschulzen (Bürgermeister). Es gab vieleorts Lösch- und Rettungsgesellschaften, das Wort Feuerwehr gibt es erst seit ca. 1850. Gutsfeuerwehren sind Pflichtfeuerwehren und die gibt es erst seit ca. 1880. Werksfeuerwehren und Gutsfeuerwehren gab es schon viel früher. Nachweislich wurde schon 1880 eine Feuerspritze von Gustav Ewald aus Cüstrin für die FFW Waßmannsdorf angeschafft. Sie wurde durch das Gut beschafft und auch dort stationiert. 1902 erfolgte die Überarbeitung der Feuerlöschordnung, schwierig war jedoch eine gute Ausbildung der Hauptmänner, die erst ab ca. 1927 im ehemaligen Schloss Behrensdorf bei Beeskow eine fundierte Ausbildung genießen konnten. Als am 01.08.1914 das deutsche Heer mobilisiert wurde, mussten hunderte Feuerwehrleute den Dienst verlassen und als Soldat an der Front Dienst tun. Auch für Waßmannsdorf bedeutete diese Zeit gravierende Einschnitte. Aus alten Protokollen der Gemeindevertretung geht hervor, dass am 14.10.1908 ein neues Ortsstatut für den Feuerlöschdienst erarbeitet wurde und 1924 neue Schläuche angeschafft wurden. In der preußischen Feuerwehr-Zeitung vom 15.01.1925 ist zu lesen, dass in der Gemeindevertretung Waßmannsdorf beschlossen wurde, eine neue Saug-und Druckspritze anzuschaffen..... Wünschenswert ware es, wenn sich nach Lieferung des neuen Gerätes innerhalb unserer Gemeinde auch eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben rufen ließe. In der preußischen Feuerwehr-Zeitung vom 01.01.1927 ist auf Seite 10 zu lesen: Waßmannsdorf. Am 28. November 1926 war im Anschluss an eine Lehrübung eines Berliner Feuerwehrzuges der Wunsch in Gemeinde und Gut rege geweorden, in unserem Ort eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, die durch bessere Schulung und Disziplin als unsere bisherige Pflichtfeuerwehr eine stärkere Löschhilfe aufweisen kann..... Vorsitzender wurde Administrator Morneweg, stellvertretender Vorsitzender Gemeindevorsteher Stippekohl, Schriftführer Lefevre, Kassierer Karl Gustav Stippekohl, Beisitzer vom Gut Karl Pietsch, von der Gemeinde Karl Stippekohl jun., Oberführer Gustav Gerlach, der 12 Jahre Steglitzer Feuerwehrmann war, stellvertretender Oberführer Schwietzke aus Schönefeld..... So dass der 28.11.1926 als das Gründungsdatum der FFW Waßmannsdorf angesehen werden muss. Dem Feuerwehrverband trat die Waßmannsdorfer Wehr nicht bei. Bereits am 27.10.1925 wurde der Beschluss zur Errichtung des 2. Spritzenhauses gefasst. Das 1. Spritzenhaus (Friedhofsweg) stand auf Privatgelände, das 2. Spritzenhaus entstand hinter der alten Schule (heute KITA) in den dort befindlichen Schuppen, diese gehörten aber der Kirche. Dieses Spritzenhaus wurde bis 1959 genutzt. Schon 1957 wurde das 3. Gerätehaus am Kriegerdenkmal errichtet,welches heute noch als Abstellmöglichkeit und für den ELW genutzt wird. Am 01.07.1995 wurde unser neues Gerätehaus, fast genau am Standort des 2. Spritzenhauses, übergeben. Die Waßmannsdorfer Feuerwehr war bis 1945 nicht motorisiert. Das 1. Fahrzeug mit Motor und Speichenrädern stammt aus Wehrmachtsbeständen. Nach dem Krieg wurde dieses, aus Beutestücken zusammengesetzte Fahrzeug leider nie eingesetzt und bald an eine andere Wehr weitergegeben. Die Anschaffung eines Kleintransporters B1000 im November 1969 brachte einen gewissen Aufschwung. Dieses Fahrzeug war bis 1993 in Waßmannsdorf im Einsatz, stand danach den Kameraden in Kiekebusch zur Verfügung und ist jetzt originaltreu restauriert als Traditionsfahrzeug der Waßmannsdorfer Feuerwehr eingesetzt. Mit einer großzügigen Geldspende im Jahr 1993 wurde die Anschaffung des 1. LF 8 möglich. Dieses Fahrzeug blieb bis Jahresende 1995 in Waßmannsdorf und wurde dann nach Schönefeld abgegeben. Es stand nach der Nutzung durch die FFW Schönefeld lange Zeit auf dem Bauhof und wurde später in Privathand abgegeben. Bereits im Herbst 1993 erfolgte die Anschaffung des 2. LF 8. Dazu gesellten sich ein Umweltschutzgerätewagen (VW LT 28) welcher 2005 umgebaut und der Wehr in Kiekebusch zur Verfügung gestellt wurde. Im Juni 1995 erhielten wir ein Allradfahrzeug Unimog. Es kam vom Katastrophenschutz aus Bremen und wurde für die Feuerwehr zum RWI umgebaut. Die Berliner Wasserbetriebe sponsorten im Jahr 1996 ein Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 und ein Jahr später einen Mannschaftstransportwagen (MTF). Der MTF wurde 2005 an die Gemeinde Schönefeld abgegeben, nachdem ebenfalls von den Wasserbetrieben gesponsort, der Waßmannsdorfer Wehr ein neuerer MTF zur Verfügung gestellt wurde. Nach einem tragischen Unglück im Januar 2006 auf dem Bauernsee in Schönefeld, wurde durch die Gemeinde Schönefeld ein Boot (Schlauchboot) angeschafft. Dieses ist ebenfalls in Waßmannsdorf stationiert. Im Jahr 2010 wurde durch die Gemeinde ein neuer Rüstwagen angeschafft.
Somit sieht der Fahrzeugbestand der FFW Waßmannsdorf wie folgt aus:
TLF 24/50, RW, LF 8, MTF 
Bei Großeinsätzen jeglicher Art in der Umgebung waren immer wieder Kameraden aus Waßmannsdorf nicht nur "dabei" sondern auch oft Federführend. Das begann schon 1943/44 nach Bombenangriffen durch die Amerikaner, wodurch in der Umgebung mehrere Scheunen brannten. Weiterhin 1964 bei einem Zugunglück an den sogenannten Schinderfichten, und 1965 bei dem Zugunglück an der Waßmannsdorfer Eisenbahnbrücke. Ebenso 1974 bei einem Flugzeugabsturz bei Königs Wusterhausen, 1989 beim Flugzeugunglück zwischen Selchow und Waßmannsdorf sowie in neuerer Zeit 1997 beim Oderhochwasser und 2002 beim Elbehochwasser waren Kameraden aus Waßmannsdorf beteiligt.
19 Kameradinnen und Kameraden wirken in der Alters- und Ehrenabteilung. Es sind derzeit 25 Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzabteilung sowie12 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr aktiv. Seit dem 30.06.2007 haben wir auch eine Kidsfeuerwehr wo insgesamt 6 Jungen und Mädchen aktiv sind.
Video über unsere Feuerwehr